heuschnupfen

Es liegt an meinen Genen:
Immer kommen mir die Tränen.
Wenn die Birken Pollen streu’n
und sich and’re Leute freu’n
überkommt mich Heiserkeit.
Nach den Tränen muss ich gähnen
und ich tu’ mir selber leid.


Frühling is’ nich’ meine Zeit.


Ich hab alles schon probiert:
Tropfen, Injektionen, Pillen
sollten meine Tränen stillen,
doch sie haben nichts kuriert.


Es liegt an meinen Genen:
Immer kommen mir die Tränen,
Wenn die Gräser Pollen streu’n
und sich and’re Leute freu’n
überkommt mich Heiserkeit.
Nach den Tränen muss ich gähnen,
und ich tu’ mir selber leid.


Sommer is’ nich’ meine Zeit.


Dadurch bin ich sehr allein.
Und es wächst in meinem Busen
das Bedürfnis, mal zu schmusen,
Mit und ohne Krankenschein.


Es liegt an meinen Genen:
Immer kommen mir die Tränen.
Wenn die Nesseln Pollen streu’n
und sich and’re Leute freu’n
überkommt mich Heiserkeit.
Nach den Tränen muss ich gähnen,
und ich tu’ mir selber leid.


Herbst is’ auch nich’ meine Zeit.


Und mit meiner Allergie
krieg ich keine blonde Puppe,
Dunkle Puppen sind mir schnuppe,
und auch die bekäm ich nie.


Heuschnupfen! Taschentuch lupfen!
Heuschnupfen! Watte abzupfen!
Heuschnupfen! Augen abtupfen!
Heuschnupfen! Nase abrupfen!


Es liegt an meinen Genen:
Es versiegen meine Tränen,
Wenn vor Kälte jeder schnieft
und wenn jede Nase trieft
überkommt mich Heiterkeit.
Sind die Pollen erst verschollen
blüh ich auf und bin geheilt!


Winter, das ist meine Zeit!


Und so such’ ich unentwegt,
via Internet und Zeitung,
eine Lappin als Begleitung.
Die meine Stimmung hebt,
und meinen Schleim erträgt,
sich in mein Bettchen legt,
nicht an den Nerven sägt,
an meinen Lippen klebt,
mich täglich pflegt,
die Bude fegt –
und die im hohen Norden lebt!